Montag, 31. März 2014

Korsikas Westküste mit dem T3 - Teil I

Wie versprochen der Bericht den meine Liebste zu einer anderen Gelegenheit verfasst hat nun hier im Blog. Ich schreibe immer mal was dazwischen, v.a. wenn es um den Bus geht oder wenn es noch Dinge gibt die ich interessant oder wissenswert finde. Ich versuche das Ganze mit ein paar Bildern noch aufzulockern. 

Viel Spaß beim lesen.


Ein Traum im blau. Korsikas Westküste

Letztes Jahr war unsere Planung für den Sommerurlaub noch chaotischer als die Jahre zuvor. Da wir an die Schulferien gebunden sind, fällt unser Sommerurlaub immer in die Hauptsaison. Dieses Jahr kam erschwerend hinzu, dass wir nur Anfang-Mitte August Urlaub bekamen und zu dieser Zeit ganz Deutschland, Frankreich und Italien Urlaub hatte und wir deshalb unsere Reiseziele oft wegen wahrscheinlicher Menschen Überfüllung wieder verworfen haben. Von Schweden, England und Sizilien war alles in der engeren Auswahl. Dass wir uns dann 2 Wochen vor unserem Urlaub für Korsika entschieden haben, hatte mehrere Gründe:
1. ist es DAS Mekka für Individualisten und Bus Liebhaber
2. liegen Meer und Berge sehr eng beieinander und
3. gibt es auch in der Hauptsaison ruhige Plätze (so sagt man zumindest)


Wie kommt man auf die Insel?
Da wir meist mit unserem T3 California unterwegs sind, fiel die Wahl natürlich auf die Fährüberfahrt. Wir haben unsere Fähre 12 Tage vor unserem Urlaub gebucht. Für 3 Personen und einem VW-Bus haben wir 260 € für die Hin- und Rückfahrt mit Corsica Ferries bezahlt. Die Hinfahrt von Livorno nach Bastia und die Rückfahrt von Bastia nach Savona (bei Genua). Generell wird angeraten, die Fähre sehr früh zu buchen damit man einen günstigeren Preis bekommt. Allerdings haben wir auf Korsika Leute kennengelernt, die im Januar gebucht haben und 550 € für 4 Personen + VW-Bus zahlen mußten. Früh buchen muss also nicht immer die bessere Variante sein! Unbedingt so oft wie möglich die Preise vergleichen und wenn möglich eine Überfahrt unter der Woche wählen. Was auch sehr erlösend für den Geldbeutel sein kann, ist die Einstufung des Fahrzeugs in die PKW Klasse. Also auch kein kleines WoMo und kein Lieferwagen.  Man muß natürlich trotzdem die Abmessungen des Fahrzeuges im Auge haben. Diese sollten schon etwa innerhalb der ausgewählten Kategorie liegen, nicht dass der Karren auf das falsche Parkdeck geschickt wird und dann das Fahrzeug zum Cabriolet wird. :-) Werden die Abmessungen kontrolliert fragt man sich nun. Bei uns hat es keine S** interessiert. Auch die Personen wurden nicht geprüft. Der Kontrolleur hat sich das Fährticket zeigen lassen, den Barcode gescannt und den kleinen Barcodeaufkleber der aus seinem Minidrucker kam auf die Windschutzscheibe geklebt. Das war's!
Ich habe jedoch auch von Eincheck Vorgängen gehört, bei denen gründlich kontrolliert wurde und sogar der Fahrradträger auf der Anhängerkupplung demontiert werden musste, bzw. ein Aufpreisentrichtet werden mußte. In der Hauptsaisson ist für solche Spielchen wahrscheinlich keine Zeit und man wird so durchgewunken. Verlassen würde ich mich aber nicht darauf.

 ==Fakten==
Überfahrt mit der Fähre: Es gibt 3 verschiedene Reedereien, die Fährüberfahrten nach Korsika anbieten. Diese wären die staatliche französische SNCM + Corsica Ferries vom französischen Festland nach Korsika und Corsica Ferries + Moby Lines von Italien aus.
In der Saison sollten die Tickets vorab gebucht werden, nicht nur um Warteschlangen zu vermeiden, sondern auch weil es häufig vorkommt das die Fähren in der Hauptsaison lange ausgebucht sind. In der Nebensaison kann man das Ticket auch direkt am Hafen kaufen. Die Reedereien bieten auch Spartarife an, also unbedingt vergleichen, wenn möglich die Hin- und Rückfahrt auch an verschiedenen Häfen in betracht ziehen. Mit dem Flugzeug: Es gibt auf Korsika 4 Flughäfen, in Ajaccio, Bastia, Calvi und Figari. Korsika wird soweit ich das gesehen habe von ziemlich jedem größeren Flughafen von Deutschland aus angeflogen.

Im Gepäck
Neben dem Gepäck, das man generell mitnimmt, hatten wir neben einer Landkarte von Korsika, noch eine Handvoll Reiseführer und ein Französisch Wörterbuch (für Leute die kein französisch können, das Must have auf Korsika) dabei. Sonnenmilch, ein Hut (Panamahüte waren in diesem Sommer sehr, sehr in..selbstverständlich unisex, also für Männer und ebenso für Frauen geeignet), Mückenabwehr..es gibt in manchen Gegenden auf Korsika schon recht viele, allerdings war Italien noch immer unsere Hauptmückengegend (der Kampf war gigantisch und wir glühen wahrscheinlich seitdem im dunkeln) und wichtig Badeschuhe mitnehmen (also diese Stoffschuhe fürs Wasser) wenn man die Insel bereist gibt es auch viele Kiesstrände und da sind Badeschuhe sehr angenehm, gleichzeitig bieten sie auch Schutz gegen Seeigel und am Sandstrand gegen Petermännchen (franz. vive), ein Fisch, der sich gerne in Sand oder Schlamm eingräbt und ein darauf treten ist sehr schmerzhaft..
Wer ein Boot hat (auch Schlauchboot oder Kajak) sollte dies mitnehmen, da es sehr viele Grotten gibt und traumhafte Strände, die teilweise nur übers Meer zu erreichen sind.

Das Abenteuer beginnt...
Unser Urlaub wäre fast schon vorbei gewesen, bevor er überhaupt begonnen hat. Jedes Jahr möchten wir Nachts losfahren um nur einmal ungestört fahren zu können und jedes Jahr schaffen wir es nur ca 100 km von unserem zuhause entfernt bis wir so müde sind, das wir kurz mal schlafen müssen...so auch dieses Jahr! Schwupps an einer großen Raststätte gehalten, alle Türen abgesperrt und uns schlafen gelegt. Da unser Sohn schon während der Fahrt auf dem Rücksitz eingeschlafen ist, haben wir uns erstmals nach oben geschleppt. Nach 3 Stunden Schlaf wollten wir weiterfahren und was haben wir bemerkt...Tür aufgebrochen und das komplette Bargeld geklaut. 2 Taschenlampen und das heilige Swisstool waren auch weg! Das ganze war so geschickt gemacht und durchdacht, das ich immernoch eine Gänsehaut bekomme wenn ich daran denke! Die von uns gerufene Autobahnpolizeistreife hat dann auch bestätigt, das es vermehrt dieses "Problem" gibt und es immer nach dem selben Schema abläuft. Zum Aufbruch möchte ich später noch einen separaten Blogpost online stellen.
 - Ich schreibe das mit dem Raub auch deswegen, weil wir eine große Menge Bargeld dabeihatten und das nur aus dem Grund, da in sehr vielen Reiseführern steht, dass auf Korsika wenig Bankautomaten zu finden sein sollen und dass häufig keine Bezahlung mit VISA- oder EC-Karten vorgenommen werden kann. Sie schreiben man sollte ausreichend Bargeld mitnehmen! Genau das haben wir dann auch brav gemacht und durften dann, als wir dann auf Korsika ankamen feststellen, das wirklich ausreichend Bankautomaten zum Geld abheben vorhanden sind! Es ist  unserer Meinung nicht nötig besonders viel Bargeld dabeizuhaben, nur für alle, damit ihr nicht dasselbe Problem wie wir bekommt!
Aber nun zurück zur Anreise, wir sind über die Schweiz zum Fährhafen nach Livorno in Italien gefahren, von dort startete unsere Fähre um 19 Uhr. Um ca 0:00 Uhr sollen wir auf Korsika ankommen...

Zwischenstopp in bella Italia:
Wir haben auf der Anfahrt eine Nacht in Italien verbracht. Ich habe in der Karte gesehen dass es in der Region um Pisa einen Haufen Campingplätze gibt und so haben wir diese als erstes Ziel angesteuert. Nachdem wir gefühlte 3 Stunden im Stau an der Strandpromenade verbracht haben, konnten wir den ersten der Plätze besichtigen. Nullnummer für uns. Dann wieder durch das Getümmel an der Promenade zu Platz zwei. Selbes Spiel, der Platz ist bumsvoll und "saulaut". Also wieder durch die Menge zum nächsten Platz, wieder ne halbe Stunde Stau. Platz Nummer 3 hatte dann tatsächlich Kapazitäten nach Auskunft der Rezeption. Also haben wir uns auf das mit Fahrer bereitstehende Golfmobil geschwungen und sind zur freien Parzelle irgendwo im nichts am Zaun, umzingelt von Dauercampenden italienischen Großfamilien mit ihren riesigen Wohnburgen und dem obligatorisch laufenden Fernseher auf der Veranda gedüst. Was soll ich sagen, es war halt ein typisch italienischer Campingplatz wie ich ihn kenne und schätze. Aber egal, hauptsache der Karren steht und wir können duschen. Ich muß dazu sagen, dass diese Übernachtung die teuerste des ganzen Urlaubs gewesen ist. Nichtmal auf Korsika waren die Preise annähernd so hoch wie in Italien. Dafür gab es dann aber auch kein warmes Wasser, unfassbar viele Stechmücken, Fernsehlärm aus allen Richtungen und einen trüben Sandstrand mit nicht inclusiven Sonnenliegen inclusive. Wow, ich liebe Italienurlaub!

Am nächsten Tag, nachdem wir eine schwülheiße Nacht überlebt hatten, ging es weiter Richtung Livorno. Dort angekommen haben wir uns nach einem kurzen Abstecher in den Yachthafen auch gleich zum Fähranleger durchgekämpft. Abfahrt 19.00 Uhr, das bedeutet dass wir noch 4 Stunden Zeit haben die malerische Umgebung des Fährhafens zu erkunden...


 Die Moby Vincent parkt neben uns rückwärts ein... Das ist aber nicht unsere Fähre.

  Unsere Fähre kurz vor dem ausladen (sagt man da auch "löschen" bei Passagieren und Autos?). Ich finde erstaunlich, dass es keine RoRo Fähre ist und frage mich, wie das nur mit der Masse an Autos gehen soll dass alle vorwärts rein und auch vorwärts wieder raus fahren sollen. Die Lösung ist einfach. Das Ding ist innen so groß, dass jeder locker wenden kann. Die Verladung ist generalstabsmäßig geplant und man ist der beste Freund der Lademeister wenn man Ihnen einfach blind vertraut und gut fahren kann. 

Jetzt gibt's gleich heimlich den bekannten "corsica ferries" Aufkleber auf jedes Auto...


Die Überfahrt:

 Unsere Fähre für die Rückfahrt, aber nach Savona..

Ich könnt sofort wieder los wenn ich die Bilder sehe.

fünf Stunden Überfahrt bis Bastia. Ankunft um Mitternacht...

Auf der Insel angekommen erstmal wieder Streß pur. Alle springen wie verrückt in ihre Fahrzeuge, kurze Drehung und runter vom Kahn... -Das erste mal im Leben auf französischem Boden, nein, sorry! korsischem Boden und keinen blassen Schimmer wohin... Der Verkehr drängt von der Fähre und wir schwimmen einfach erstmal mit. Zunächst verschwinden wir mit dem Verkehrsgetümmel im Straßentunnel unter der Hauptstadt Bastia um an dessen anderen Ende wieder an die Oberfläche zu kommen. Was auch sonst.. Aber, die Autos sind plötzlich schlagartig weg, man merkt nun erstmals, dass es mitten in der Nacht ist. Der Puls normalisiert sich nun auch wieder. Doch die große Frage "WOHIN" bleibt. Wir müssen nun irgend einen Platz finden um zu pennen, für einen Campingplatz ist es zu spät.  Das Navi zeigt eine Landzunge welche ich spontan als Ziel für die Nacht bestimme. Dort angekommen, Licht aus, Augen zu, aber nur bis 6.00 Uhr, man will ja nicht am ersten Tag gleich als Wildcamper negativ auffallen. 

Guten Morgen, bonjour Corse.

Hammer!

~.~.~.~.~
2. Teil folgt......


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schade, das die dich gleich am Anfang vom Törn ausgeräumt haben.
Gruß
Frank (skipper)

Mitch hat gesagt…

Hi Frank,
ja, sehr Schade. Auch unsere gute Laune wurde auf Monate geraubt. Hätten se uns am Ende des Urlaubs ausgeraubt, wären nur noch bunte Steine von der Insel zu holen gewesen. :-)
Liebe Grüße

Anonym hat gesagt…

Wieviel bares war es den? Mir ist das mal am ende vom Urlaub passiert mit einem PKW. Die haben eine Sporttasche voller dreckiger Wäsche geklaut. Waren bestimmt perverse ;-)
Allerdings war ich Kaffee trinken. Wen das passiert, und man ist am pennen, dann ist das Adrenalin nach dem aufwachen wohl im Überschuß.
gruß
Frank